Es pöpperlet, so oder so

Publiziert vom OnlineNarr am 01.07.2019

Am Tag vor Auffahrt treffen sich traditionellerweise Grenchens Fasnächtler, um das Motto für die kommende närrische Zeit zu bestimmen. In einer ebenso emotionalen wie hochstehenden Ausmarchung kürten sie schliesslich «es pöpperlet» zum neuen Slogan.

Die Passanten werden am letzten Mittwochabend nicht schlecht gestaunt haben, als sie miterlebten, wie weissgewandete Gestalten den Marktplatz in Beschlag nahmen und für Stimmung sorgten. Etwaige Befürchtungen, eine neue Sekte habe Grenchen heimgesucht, konnten schnell einmal beseitigt werden. Die Delegierten der grössten Volkskultur wollten schlicht aufzeigen, wie der Platz eben belebt werden kann. Dabei hielten die Organisatoren der «Böögezunft» ihre Kolleginnen und Kollegen ganz schön auf Trab: Geist und Körper wurden einer Belastungsprobe unterzogen.

Dies war jedoch nur die Ouvertüre für das, was im altehrwürdigen Ratskeller folgen sollte. Vor dem imposanten Wandgemälde von Ferdinand Kaus berieten die Fasnachts-Parlamentarier gewohnt inspiriert bis chaotisch, was denn nun im kommenden Februar als Maxime gelten soll.

Es bedurfte schon der langjährigen Erfahrung von Vize-Obernarr Milton Faulhaber, den übersprudelnden Esprit der Teilnehmenden in einigermassen geordnete Bahnen zu lenken. Lautmalerisches paarte sich mit Poetischem, politisch Korrektes mit dem Gegenteil. Vorschläge wie «Aes Weh Geh», «ctrl alt del» oder «gang go glette» vermochten zwar Achtungserfolge zu verbuchen, schliesslich aber triumphierte «es pöpperlet», was den Akteuren doch einigen Spielraum für fasnächtliches Treiben lässt.

Als Plaketten-Künstler konnte übrigens niemand geringeres als der diesjährige Kultur-Preisträger Marc Reist gewonnen werden. Das sind ja schöne Aussichten.

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